mugmetdegoudentand
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photo: Inez van Lamsweerde / Vinoodh Matadin ©
Im Jahre 1985 bricht ein erfahrener Regisseur gemeinsam mit 12 jungen, begeisterten, aber noch ungeformten Schauspielern auf zur Suche nach einem unkonventionellen, aussagekräftigen Theater. Jetzt, 25 Jahre später, ist die Gruppe noch immer im Leben und nimmt eine einzigartige Position in der niederländischen Theaterwelt ein. "Es ist Jetzt", das Motto der Gruppe, ist wie ein Elixier, das ihr erlaubt, immer wieder persönliche Vorstellungen zu machen: ein Theater, das mit beiden Füssen fest in der Realität von heute verankert ist. Stets hat die Gruppe nach besonderen Formen gesucht, um kritische, ansprechende, tröstliche und einleuchtende Geschichten zu erzählen.

Neben Bühnenauftritte macht die Theatergruppe Mugmetdegoudentand auch Fernsehproduktionen und experimentiert mit anderen Medien und Disziplinen. Romane, Zeitungsartikel, Tagebücher, Briefe, Dokumentationen, Filme, Interviews, Geschichten und persönlichen Erfahrungen der Autoren dienen als Quelle ihrer Forschung.

Seit ihrer Gründung im Jahr 1985, hat die Mücke einen einzigartigen Stil entwickelt, der sich am besten als hochaktuell, vital, körperlich, humorvoll und weltoffen charakterisieren lässt.

Im Spielplan 2009-2012 macht die Mücke Vorstellungen, die sich der sozialen Wirklichkeit widmen sowie auch einige intime Aufführungen, wo eine persönliche Geschichte eine wichtige Rolle spielt.

Die Jahre 2009-2012 betrachtet die Mücke als "das Zeitalter der Vernunft”. Nicht so sehr, weil die Mitglieder der Mücke ein bestimmtes Alter erreicht haben, sondern weil "die Jahre der Vernunft“ auf eine Fähigkeit hinweisen, die wir in dieser Zeit dringend benötigen. Wir leben in einer Zeit, wo die Meinungen hoffnungslos auswechselbar scheinen, wo Sachen, die einst selbstverständlich waren, am verschieben sind und wo soziale und persönliche Werte erneut ermittelt werden sollen. In dieser verwirrenden Wirklichkeit muss jeder seinen Weg wieder finden.

Die Mücke findet es wichtig, dass wir uns in einer Zeit, wo jede Meinung zu zählen scheint, unsere Ansichten viel bewusster formulieren und darüber im Klaren sind, auf welche Art und Weise diese unsere soziale Realität mitbestimmen. Essentiell für die Mücke ist dabei, dass das Theater einen klaren Unterschied macht zwischen Wirklichkeit und Projektion, zwischen Ratio und Bauch, Objektivität und Stimmungsmacherei, und zwischen Haupt- und Nebensache. In den Vorstellungen, welche die gesellschaftliche Realität zum Thema haben, bekommen aktuelle zeitgenössische Auffassungen eine deutliche Stimme.

So entsteht eine Auseinandersetzung über Herkunft und Bedeutung der verschiedensten Ansichten. Die Mücke erkennt, dass der Wunsch, die soziale Wirklichkeit verstehen und interpretieren zu wollen, eine Gefahr beinhaltet. Man kann sich in der Komplexität der Materie leicht verlieren und die Lösung in Vereinfachungen, Abstraktionen und Theorien suchen. Deshalb bleibt die individuelle Erfahrung als Referenzpunkt auch wichtig. Mitten im Lärm und Gezänk, verursacht von der Verlagerung der Zeitgeist und einer Gemeinschaft im Umbruch, kommen die Erfahrungen des Individuums einer zentralen Bedeutung zu.

Diesem Individuum, diesem Einzelgänger gilt es in den kommenden Jahren mit kräftigen jedoch einfachen theatralischen Mitteln eine Stimme zu geben.

 

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